Fallanalyse QS
Für einen schnellen, sanften Heilungsverlauf sind folgende Punkte von entscheidender Bedeutung:
Ist Checkliste (CL) korrekt ausgefüllt?
Gründe für weniger als 8 markierte Symptome
- Es handelt sich um einen symptomarmen Fall: dann ist das nichts für einen Anfänger in der Homöopathie. Behandle diesen Patienten so, wie Du es bisher getan hast!
- Der Patient hat noch nicht richtig verstanden, wie er die Checkliste ausfüllen soll. Dann stelle folgende Frage: haben Sie die einzelnen Punkte der Checkliste ausprobiert, getestet, ob zum Beispiel warme oder kalte Getränke für die Halsschmerzen besser sind? Wenn diese Frage vereint wird, die Patienten bitten, die Checkliste mitzunehmen und alles zu testen, und sich dann später nochmals telefonisch zu melden.
Gründe für mehr als 16 markierte Symptome
- Wahrscheinlich dachte der Patient, er müsste zu jedem Punkt angeben, ob dies verschlechtere oder verbessere. Dann hilft folgende Frage: Welche 5-6 Punkte sind sehr eindeutig?
- Wenn darauf keine klare Antwort kommt, den Patienten bitten, die angegebene Symptom (Modalität) mit 0-10 zu bewerten.
- Wenn es unklar bleibt: behandle den Patienten so, wie Du es bisher getan hast!
- Wenn die Patienten wirklich interessiert sind: Bitte nehmen Sie die Checkliste mit nach Hause und testen Sie die einzelnen Punkte in Ruhe nochmal durch. Dann können Sie mich gerne nochmal kontaktieren. Erstaunlicherweise bekommt man dann oft sehr klare und eindeutige Symptome, die zu einer sicheren Arzneiwahl und einem schnellen Heilungsverlauf führen
Worauf muss Behandler bei der Auswahl der Symptome achten?
- Die Symptomwahl muss sehr präzise erfolgen, die Bedeutung jeder Rubrik muss wirklich klar sein.
- Gibt es irgendwelche Hinweise, dass der Patient die Checkliste nicht richtig verstanden oder nicht korrekt ausgefüllt hat? Dann im Zweifelsfall konventionell oder anderen integrativen Methoden behandeln. Wenn genügend Zeit ist, könnte man die Checkliste auch zusammen mit dem Patienten durchgehen. Von letzterem rate ich ab: die Patienten sollten lernen, ihre Symptome zu beobachten, mit etwas Übung ist das bald erlernt, sonst wird das schnell für alle Seiten frustrierend und die Erfolge bleiben aus.
- Die Totalität (Gesamtheit) der Symptome des aktuellen Krankheitsfalles, nicht der ganzen Krankengeschichte, sind für die Arzneiwahl wichtig, das heißt:
- Alte Symptome, die vor Auftreten der jetzigen Beschwerden vorhanden waren, werden nicht berücksichtigt.
- Charakter und Wesensart des Patienten spielen keine Rolle. Nur der veränderte Gemütszustand während einer Erkrankung darf für die Arzneiwahl miteinbezogen werden: Ein Patient ist im gesunden Zustand sehr reizbar, aber während der Erkrankung ausgesprochen mild und ruhig, dann ist dieser Zustand bei der Arzneiwahl zu berücksichtigen, nicht aber die Reizbarkeit.
- Es ist also von entscheidender Bedeutung, immer wieder zu überlegen, ob die vom Patienten geschilderten Symptome schon vor dem jetzigen Leiden vorhanden waren oder nicht. Beispiel: _Eine Patientin mit Fieber will zugedeckt bleiben. Vor der Erkrankung litt sie unter menopausalen Hitzewallungen, während derer sie sich immer ausziehen wollte. Letzteres Symptom darf nicht zur Arzneiwahl herangezogen werden.
- Ein weiteres Beispiel: Patient unterstreicht Verschlechterung nach dem Aufstehen aus dem Bett: Die Bedeutung des Symptoms ist, dass die Beschwerden sich für eine kurze Zeit unmittelbar nach dem Aufstehen aus dem Bett verschlechtern. Es bedeutet nicht, dass sich die Beschwerden beim Aufstehen aus dem Bett verschlechtern, was eine Modalität der Bewegung und nicht der Position ist. Es bedeutet auch nicht, dass die Beschwerden sich nach längerem Stehen verschlechtern. Patienten sind sich häufig der geringfügigen Unterschiede der Bedeutung der Symptome nicht klar, so dass der Arzt das gemeinsam mit dem Patienten klären und besprechen muss.