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Hahnemann, S: Organon der Heilkunst

Hahnemann, S. (1996). Organon der Heilkunst: Aude sapere (J. M. Schmidt, Hrsg.; Standardausg. der 6. Aufl). Haug. ORG

Bibliothek: Kaufempfehlung für Interessierte, die die Homöopathie ausüben wollen.

S. 54: Similegesetz

Durch Beobachtung, Nachdenken, und Erfahrung fand ich, daß im Gegentheile von der alten Allöopathie die wahre, richtige, beste Heilung zu finden sey in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll!

§ 2 Ideal der Heilung

Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen. [Hahnenmann hat das Similegesetz, das bereits Hippokrates formulierte, erstmals 1796 formuliert.]

§ 6: Der vorurteilslose Beobachter - die Symptome der Krankheit

Der vorurtheillose Beobachter, […] nimmt, auch wenn er der scharfsinnigste ist, an jeder einzelnen Krankheit nichts, als äußerlich durch die Sinne erkennbare Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele, Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome wahr, das ist, Abweichungen vom gesunden, ehemaligen Zustand des jetzt Kranken, die dieser selbst fühlt, die die Umstehenden an ihm wahrnehmen, und die der Arzt an ihm beobachtet. Alle diese wahrnehmbaren Zeichen repräsentiren die Krankheit in ihrem ganzen Umfange, das ist, sie bilden zusammen die wahre und einzig denkbere Gestalt der Krankheit.

§ 7: Gesamtheit der Symptome einer Krankheit

Da man nun an einer Krankheit, von welcher keine, sie offenbar veranlassen oder unterhaltende Ursache zu entfernen ist, sonst nichts wahrnehmen kann, als die Krankheits–Zeichen, so müssen […] es auch einzig die Symptome seyn, durch welche die Krankheit die, zu ihrer Hilfe geeignete Arznei fordert und auf dieselbe hinweisen kann – so muss die Gesammtheit dieser ihrer Symptome, dieses nach außen reflektirende Bild des inneren Wesens der Krankheit, d.i. des Leidens der Lebenskraft, das Hauptsächlichste oder einzige seyn, wodurch die Krankheit zu erkennen geben kann, welches Heilmittel sie bedürfe, – das Einzige, was die Wahl des angemessenen Hülfsmittels bestimmen kann – so muss, mit einem Worte, die Gesammtheit der Symptome für den Heilkünstler das Hauptsächlichste, ja das einzige seyn, was er an jedem Krankheitsfalle zu erkennen und durch seine Kunst hinwegzunehmen hat, damit die Krankheit geheilt und in Gesundheit verwandelt werde.

§23 Unterdrückung - Antipathische - enanthiopathische Behandlung

Es überzeugt uns aber jede reine Erfahrung und jeder genaue Versuch, daß von entgegengesetzten Symptomen der Arznei (in der antipathischen, enantiopathischen oder palliativen Methode) anhaltende Krankheitssymptome so wenig aufgehoben und vernichtet werden, daß sie vielmehr, nach kurzdauernder, scheinbarer Linderung, dann nur in desto verstärkterem Grade wieder hervorbrechen und sich offenbar verschlimmern.

§ 26 Die ältere unähnliche Krankheit ist stärker