Studien zur Homöopathie
Es kann sein, dass Du von Homöopathie nichts hältst oder sie sehr kritisch siehst, weil das ja gar nicht helfen kann, dann bist Du hier genau richtig. Was ist der Befund nach Sichtung aller Studien, Meta-Analysen unter Einbeziehung der Erfahrung in der Praxis (meiner und vieler langjährig praktizierender Kolleginnenzu sagen? Hier zusammengefasst die wichtigsten Keynotes:
- Die Studienlage der Meta-Analysen spricht nicht eindeutig für, aber auch nicht eindeutig gegen die Wirksamkeit der Homöopathie1: Shang 2005
- Warum ich dann trotzdem Homöopathie betreibe?
- In Studien, die Homöopathie individualisiert anwenden, ist die Evidenzlage gut und die Wirkung der homöopathischen Behandlung nachgewiesen2. Hamre 2023
- Was heißt individualisiert? Ein Arzneimittel wird aufgrund einer Ähnlichkeit Beziehung der Symptome des Patienten zu einem entsprechenden Arzneimittel verordnet, und nicht aufgrund einer Diagnose!
- Je individualisierter die Arzneiwahl erfolgt, desto besser die Ergebnisse.
- Die Wahrscheinlichkeit für eine richtige Arzneiwahl bei bewährter Indikation (selten angewendet) beträgt bei 30-50 %, liegt also im Plazebobereich. Bei Anwendung der Polaritätsanalyse oder des Symptomenlexikons zur Arzneiwahl liegen die Erfolgsraten zwischen 80 und 90 Prozent, abhängig von der Erfahrung des Behandlers.
- Das kann ich auch aus den Praxen von mehreren Kollegen und auch aus meiner Praxis bestätigen. Was viele erfahrene Kollegen bestätigen: Durch Anwendung genannter sehr zuverlässiger homöopathischer Verfahren hat sich die Trefferquote extrem verbessert.
- Homöopathie hat also auch was mit Erfahrung zu tun, also der Expertise des Behandlers (1 Säule der EbM)
- Studien von hoher Qualität beweisen oder widerlegen in der Regel Beobachtungen, die aufmerksame Klininiker machen, z.B. die Entdeckung aufgrund akribischer Beobachtungen der Wirkung von Propranolo auf kindliche Hämangiome. 3
- Eine gute Zusammenfassung aller wissenschaftlicher Untersuchungen zur Homöopathie findet man auf der Website des HRI Homöopathic Research Institute
- Hier ein Link zum Download des Stands der Homöopathieforschung 2026:
hri-evidence-summary-2026-de.pdf (PDF, 594.58 KB)
Was könnte bisher das Fazit sein?
Du bist jetzt vielleicht etwas verunsichert. Wie war meine Reaktion, was habe ich getan, als ich von aus meiner Sicht vertrauenswürdigen, sehr gut schulmedizinisch ausgebildeten, ernsthaft arbeitenden homöopathischen Ärzten von dieser Methode so manches erstaunliche hörte?
Mein Vater, meine Tante, mein Großvater, verschiedene Onkel und jetzt sogar meine Tochter sind oder waren von der herkömmlichen Medizin geprägte Ärzt/innen. Ich habe das, was ich über die Homöopathie gehört habe, in der Praxis überprüft. Anfangs, mit noch unzulänglichem Handwerkszeug und zu wenig Wissen gab es Erfolge, aber aus heutiger Sicht gab es da noch viel Luft nach oben. Nach und nach, durch Einbindung neuer Methoden und Repertorien bin ich bei meinen Patientinnen zu ähnlich guten Ergebnissen wie Heiner Frei oder Michael Kohl und viele andere homöopathische Ärzte gekommen. Ehrlich: der Weg war manchmal holprig.
Vielleicht überzeugen Dich auch einige der vielen Kasuistiken, die ich nach und nach in HomeoGuide einpflegen werden.
Es steht Dir frei, das bei Deinen Patientinnen, die vielleicht nach einer homöopathischen Behandlung fragen, zu überprüfen.
Und nochmal - es stimmt wirklich: „Macht´s nach! … aber macht´s genau und sorgfältig nach, und ihr werdet sie (die Homöopathie) auf jedem Schritt bestätigt finden.“
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Shang, A., Huwiler-Müntener, K., Nartey, L., Jüni, P., Dörig, S., Sterne, J. A., Pewsner, D., & Egger, M. (2005). Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. The Lancet, 366(9487), 726–732. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(05)67177-2 ↩
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Hamre, H. J., Glockmann, A., Von Ammon, K., Riley, D. S., & Kiene, H. (2023). Efficacy of homoeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homoeopathy trials for any indication. Systematic Reviews, 12(1), 191. https://doi.org/10.1186/s13643-023-02313-2 ↩
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Léauté-Labrèze, C., De La Roque, E. D., Hubiche, T., Boralevi, F., Thambo, J.-B., & Taïeb, A. (2008). Propranolol for Severe Hemangiomas of Infancy. New England Journal of Medicine, 358(24), 2649–2651. https://doi.org/10.1056/NEJMc0708819 ↩