Ähnlichkeitsgesetz - Similia similibus curentur QS
Was ist das Ähnlichkeitsgesetz?
Das Ähnlichkeitsgesetz wird 400 v.C. von Hippokrates formuliert und besagt, dass Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden soll: "Similia similibus curentur."
Wichtige Keynotes zum Ähnlichkeitsgesetz
In der Einleitung zur ersten Auflage des Organons der Heilkunst definiert Hahnemann 1810 die homöopathische Heilweise wie folgt1:
Wähle, um sanft, schnell und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) ... erregen kann, als sie heilen soll (similia similibus curentur)!
Wie kommt es dazu, dass Hahnemann das Ähnlichkeitsgesetz entdeckt? Welchen Nutzen ziehen wir heute daraus?
- Hahnemann ist mit der Medizin seiner Zeit unzufrieden. Er sieht die fehlende heilende Wirkung und die gravierenden Nebenwirkungen der spekulativen Medizin seiner Zeit. Obwohl er Arzt ist, lehnt er es ab, Patienten so zu behandeln und forscht nach einem Ausweg.
- Hahnemann ist Arzt, Apotheker und Chemiker und spricht viele Sprachen. Ohne Zweifel darf man ihn - bei Würdigung seines Gesamtwerkes- als Universalgelehrten bezeichnen. Von 1780 bis 1792 übersetzt und studiert er intensiv die medizinischen Literatur seiner Zeit, der zurückliegenden Jahrhunderte zurück bis ins Altertum.
- Er kommt zur klaren Einsicht, dass es zwei grundsätzliche Heilprinzipien, zwei Denkgebäude gibt, auf denen die gesamte Medizin aufbaut. "Contraria contrariis", Gegenteiliges wird durch Gegenteiliges geheilt, und "Similia similibus curentur", Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.
- Korrekt konstatiert er, dass vom Altertum bis in seine Zeit (ja bis ins 21. Jahrhundert) die Behandlung mit Arzneien, die Krankheiten entgegenwirken, "Contraria contrariis" dominierend ist.
- Als exzellentem Beobachter bleiben ihm die gravierenden Nebenwirkungen dieses Heilungsprinzips nicht verborgen. So beschreibt er unter anderem die suchtmachende Wirkung von Mohnsaft (Opium): "Das Krankheitssymptom wird also schlimmer nach verflossener Wirkung des Palliativs; um so schlimmer, je größer die Gabe desselben gewesen war."2 Er kommt zur klaren Einsicht, dass dieses Prinzip funktioniert, aber wenn möglich nur in Notfällen und palliativen Situationen zum Einsatz kommen sollte.
- Für das zweite Prinzip "Similia similibus curentur" findet er - wie Stecknadeln im Heuhaufen - nur wenige Belege, die ihn aber neugierig machen. Er sammelt diese akribisch.
- Hahnemann beschränkt sich nicht auf das Sammeln dieser Hinweise in Bezug auf das Ähnlichkeitsgesetz in der Literatur und aus seinem Alltag. Er macht das Ähnlichkeitsgesetz durch seine Arzneimittelprüfungen und die Entdeckung der Wirksamkeit potenzierter Arzneimittel für die Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen nutzbar.
Zusammenfassung: Hahnemann formuliert nicht einfach eine spontane Idee, die ihm über Nacht in den Kopf gekommen ist, und die er ungeprüft in die medizinische Welt posaunt. Wenn man sich die Mühe macht, sein Werk zu studieren, sieht man diese unheimliche Neugier, diesen immensen Fleiß und den unbändigen Willen, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Wenn Du mehr über das Ähnlichkeitsgesetz erfahren willst, findest Du im Kapitel Grundwissen Homöopathie mehr Informationen!