Homeoguide   ›   6 Grundwissen Homöopathie   ›   Gemütszustand

Veränderter Gemütszustand

In der Homöopathie, so wie sie Hahnemann und seine Zeitgenossen sie verstehen, spielt der Charakter und das Wesen des Patienten bei der Arzneiwahl keine Rolle.

Von entscheidender Bedeutung bei der Arzneiwahl ist jedoch der veränderte Gemütszustand des Kranken im Vergleich zum gesunden Zustand:

Dieß geht so weit, daß bei homöopathischer Wahl eines Heilmittels der Gemütszustand des Kranken oft am meisten den Ausschlag giebt, als Zeichen von bestimmter Eigenheit, welches dem genau beobachtenden Arzt unter allen am wenigsten verborgen bleiben kann. ORG § 211

Zunächst werden die Symptome des Patienten erhoben, analysiert und repertorisiert. Nach erfolgter Repertorisation kommen in der Regel nicht nur ein Mittel, sondern meist einige Arzneimittel als Simile in Frage. Die Differenzierung erfolgt dann unter anderem anhand des veränderten Gemütszustandes.

Hahnemann weist darauf hin, dass jeder kräftige Arzneistoff in der Arzneiprüfung den Gemüts- und Geisteszustandes der Prüfer merkbar verändert, jede Arznei auf ihre ganz charakteristische Weise: ORG § 212

Hahnemann betont, dass man nicht nur bei chronischen Fällen, sondern auch bei akuten Fällen genau auf den veränderten Gemütszustand achten soll. Eine homöopathische Heilung wird nur erfolgen, wenn das Simile einerseits zu den körperlichen Symptomen als auch zum veränderten Gemütszustand einen Ähnlichkeitsbezug hat: ORG § 213