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Ethik in der Homöopathie

Berufung des Arztes - ORG § 1

Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt. ORG § 1

Im ersten Paragraphen seines Organons der Heilkunst beschreibt die genuine und zentrale Aufgabe des Arztes. In der Fußnote dazu präzisiert Hahnemann, dass für den Arzt die Heilung von Krankheiten ins Zentrum stellen soll. Vermeiden soll dieser Hypothesen, Theorien und Erklärungsversuche über das Wesen der Krankheiten. Die spekulativen Therapie-Gebäude seiner Zeit führen zu einer theoretischen Arzneikunst, die in der Regel nicht zu einer Heilung von Krankheiten führen.

Ideal der Heilung - ORG § 2

Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen. ORG §2

Hahnemann formuliert extrem präzise, wie er sich Heilung vorstellt. Sie sollte schnell und sanft, d.h. ohne Nebenwirkungen erfolgen. Die Heilung sollte dauerhaft, d.h. nachhaltig sein. Der Weg zur Heilung muss nachvollziehbar, d.h. lehr- und lernbar sein.

Notwendige Kenntnisse des Arztes - ORG § 3

  • Der Arzt muss verstehen, was an jeder Erkrankung zu heilen ist. Hahnemann nennt das Krankheit-Erkenntnis oder Indikation.
  • Der Arzt muss die heilende Kräfte der einzelnen geprüften Arzneimittel kennen.
  • Er muss die Symptome, die er am Kranken als unbezweifelt Krankhaftes erkannt hat, sorgfältig erfassen und dokumentieren.
  • Er muss ein ähnliches Arzneimittel, ein Simile finden, das zu den Symptomen der Erkrankung des Patienten passt und zwar so, dass Heilung erfolgen muss.
  • Dazu muss er die geeignete Arznei in der erforderlichen Zubereitung und Menge und Wiederholungszeit verabreichen.
  • Mögliche Heilungshindernisse muss er erkennen und beseitigen.
  • Wenn er all dies berücksichtigt, ist er ein ächter Heilkünstler.